Handel und Gewerbe

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Handel und Gewerbe in Dornheim


Handel
In Dornheim wurde immer Handel getrieben. Auch heute gibt es Geschäfte die in Dornheim ansässig sind. Dazu gehören auch die Hofläden. Das Gerauer Land ist bekannt für seinen Spargel der zur Saison auch direkt vermarktet wird. In Dornheim gibt es eine gute Mischung von allem. Und nach Groß-Gerau oder Riedstadt ist es nicht weit.


Krämerläden
Krämerläden gab es einige in Dornheim, z.B. im Gasthaus „Zur Sonne", oder in der Mainzer Str. oder in Rheinstr. Die Besitzer der beiden Läden waren Brüder. Einen Textil Laden gab es in der Rheinstr.


Milchverkaufsstand
Nach 1945 gab es einen Milchverkaufsstand an der Kirche, bekannt unter Wenner Bette. Dort konnte man seine frische Milch holen. Vor 1945 war der Milchladen in der Friedrich Ebert Str. Von dort aus wurde die Milch mit einem Handkarren an die Verbraucher verkauft. Der Handkarren wurde von dem Vater der Wenner Bette geschoben, unter dem Wagen war ein Hund mit eingespannt, um den Eindruck zu erwecken er zieht den Karren mit.
Pferdehandel
Einen großen Pferdehandel betrieben die Gebrüder Sommerfeld in der Rheinstrasse 14 und Kreisgasse 2. Die meisten Pferde kamen aus der Normandie. Wenn die Pferdetransporte meist mit ca. 40 Pferden, in Dornheim am Bahnhof eintrafen war Leben im Dorf. Wer Dornheim kennt, kann sich das lebhaft vorstellen, auf der Strecke vom Bahnhof bis in die Rheinstrasse. 1892 verlegten die Gebrüder Sommerfeld ihr Geschäft nach Darmstadt.
Landhandel
Die Gebrüder Pappenheimer betrieben einen Landhandel, mit einer Halle im Ort. Sie bauten dann eine große Halle am Bahnhof. Als sie 1904 ihr Hauptgeschäft nach Frankfurt verlegten übernahm ihr Schwager Emanuel Bendorf das Geschäft.
 

Max Seifert der letzte Besitzer der Mühle baute am Bahnhof seinen Landhandel auf. Durch die Fruchtabgabe und den Handel mit Landprodukten war hier immer Leben. Heute erinnert nur noch das Silo an die Firma. In den Räumen des Landhandels ist heute eine Schlosserei.



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In der nähe des Bahnhof stand auch die Halle der Raiffeisen Genossenschaft "die Gummernhall" genannt. Heute wird sie andersweitig genutzt.




Gewerbe in Dornheim
In Dornheim gab es früher sehr viel Gewerbe, durch günstiger Standorte und billiger Produktionen verschwanden immer mehr Firmen. Manches ist auch nicht mehr Zeitgemäß oder mangels Nachfrage verschwunden. Zum Beispiel  Brauerein, Schnapsbrenner oder Landhandel um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Das Schnaps und Bierbrauen haben große Firmen übernommen, Landhandel die Genossenschaften.
Aber früher gehörten solche Betriebe in einen Ort. Hier in Dornheim gab es einige Betriebe die mit der Zeit verschwanden. So z. B. Die Limonadenfabrik Wallenhauer am Schwarzen Berg. Sie gab es nach dem Krieg, die Firma Wallenhauer hatte auch einen Getränkevertrieb.






Schnapsbrennereien
Branntweinbrennereien wie sie damals hießen gab es mehrer in Dornheim. In fünf Brennereien wurde "Feuerwasser" gebrannt. Die älteste in der Gaststätte „Gasthaus zum Anker"  später auch im Brauhaus Lerch, Grimms Gasthaus und Fehr und Hofmann (Monistengut). Die letzte noch existierende Brennerei war in Grimms Gasthaus.


Bierbrauer
Erwähnt werden die Brauereien in Dornheim von Michael Oxidenius. und von Johann Heinrich Lerch. Der als Küfer und Bierbrauer aus Oberhessen in der Zeit von 1741-1745 bei Joh. Heinrich Oxidenius in Diensten stand. Das Brauhaus Lerch in der Rheinstraße ist das älteste Gasthaus in Dornheim und immer noch in Familienbesitz.


Käsereien
Schon vor 1900, gab es Käsereien. in Dornheim. Der erste der Handkäse produzierte war Adam Winter. Käsereien die maschinell Käse herstellten waren die Firmen Wendel, Spengler und Ludwig Volz. Die Firma Kleinböhl, gegründet 1907 war die letzte nach dem Krieg existierende Käserei. Dort wurde auch Handkäse hergestellt der nicht nur am Ort verkauft wurde, sondern auch in andere Städte. Das Gebäude in der Friedrich Ebert Strasse ist heute noch zu erkennen. In den Dachziegeln ist AK 1932 eingelegt.


Ölmühlen
In Dornheim gab es früher 2 Ölmühlen. Die eine war in der Rheinstr. Sie wurde durch einen Blitzstrahl eingeäschert. Bis 1868 wurde hier noch Öl geschlagen. Die zweite Ölmühle gehörte dem Bürgermeister Biebel. Dort konnte man um 1925 noch teile des Betriebes in Form von Mühlsteinen sehen. Die Mühlsteine wurden durch Pferde in Bewegung gesetzt.


Dampfmolkerei
In Dornheim wurde 1884 von 17 Landwirten eine Molkereigenossenschaft gegründet. So konnte die Gemeinde Milch Butter und andere Milchprodukte kaufen. Zu der Dampfmolkerei wurde auch eine Mühle eingerichtet. Im Jahre 1892 wurde die 8 PS Dampfmaschine durch eine 32 PS ersetzt. 1894 brannte der Dachstuhl der Mühle ab. Die Mühle wurde dann noch zweckmäßiger mit 2 Mahl und Schrotgängen wieder eingerichtet. 1907 löste sich die Genossenschaft auf.
Danach gründeten 11 Mitglieder eine neue. Die neue Genossenschaft errichtete eine elektrische Zentrale, es wurde ein Vertrag mit der Gemeinde geschlossen. Dornheim war einer der ersten Ort mit elektrischem Licht. Die erste Beleuchtung waren 2 Bogenlampen in der Kirche 1907.
1910 wurde kam dann eine 65 PS Heißdampfmaschine (System Lanz) zum Einsatz. Die Stromerzeugung wurde später von den Schuchert Werken übernommen. Die Mühle wurde verkauft und hatte nacheinander mehrere Besitzer da waren Heß, Heeb, Lohr und Beerwald. Zum Schluss übernahm Max Seifert die Mühle, später zog er mit seinem Landhandel an den Bahnhof um. Heute gibt es keine Mühle mehr in Dornheim.




Schmiede
Die letzte Schmiede war in der Rheinstrasse 13. In diesem Haus wurde 1603 die Gemeindebäckerei eingerichtet. Die Gemeindeschmiede wurde 1707 in diesem Gebäude errichtet. Die letzte Bäckerei war die Firma Bonn. Vor 1603 führte eine Toreinfahrt durch das Haus, diese wurde zu einer Küche und einer Stube umgebaut. Schmiede und Bäckerei gibt es schon lange nicht mehr in diesem Haus.


Fruchtdrescher
Das Fruchtdreschen war eine schwere Arbeit die meist an langen Winterabenden gemacht wurde, mit Dreschflegel in drei oder Vierertakt. Nach Dornheim sind auch Drescher aus Oberhessen gekommen. Einige sind auch geblieben wie einige der Nachnamen aussagen. Später wurde dann zur Verbesserung ein Gängelwerk das mit Pferdekraft betrieben wurde eingeführt. Es gab bis 1900 vier Dreschgesellschaften, später noch drei. Die letzte Dreschhalle die noch in Betrieb war steht in der Nähe des Bahnhofes. Die letzte Dreschmaschine wurde nach 1950 Verkauft. Die Mähdrescher übernahmen die Arbeit der Drescher und Dreschhallen.
Heinrich Feldmann schrieb in einem seiner Aufsätze über das Fruchtdrescher:
„Man kann zu dritt oder zu viert dreschen". Der beste Rhythmus 3/4 Takt wird mit dem Dreschen zu dritt erzielt. Es müssen dann zwei Linksdrescher und ein Rechtsdrescher oder zwei Rechtsdrescher und ein Linksdrescher sein.


Das Foto zeigt Heinrich Feldmann und zwei seiner Freunde die die Frucht nach alter Art vor der Dreschhalle in der Bahnhofstrasse droschen.




Leinweberei
Durch den Anbau von Flachs in der Gemarkung gab es in Dornheim auch Leinweber. Bis 1900 wurde noch Tuch gewebt, 12 Webstühle gingen in Dornheim. Selbstgewebtes Leinen ist haltbarer gewesen als maschinell gefertigtes Leinen. Es wurden Hemden, Schürzen, Betttücher und sogar Wagenplanen wurden wie man früher sagte verfertigt. Früher war der Brautschatz aus gewebten Leinen unbezahlbar.


Steinhauerei
Christian Krumb gründete das erste Steinhauergeschäft in Dornheim. Sein Lager verlegte es dann an den Bahnhof. Er und seine Söhne vergrößerten Ihr Geschäft. Nach 1900 als die Kunststeinproduktion einsetzte mussten auch sie das Behauen des Sandstein etwas zurückstellen. Man kann hier in Dornheim an Häusern und Toreinfahrten und auf dem Friedhof die Arbeiten der Steinhauerei sehen, die es bis heute in Dornheim gibt.
Sonstiges Gewerbe
Man konnte auch zum Friseur gehen z. B. in der Friedrich. Ebert - Straße. ab 1933. Das Geschäft ist jetzt in der Bahnhofstr. und die Enkelin führt die Geschäfte weiter...
Vor ein paar Jahren gab es auch eine Niederlassung der Firma Komatsu hier in Dornheim, ebenfalls eine Spedition.


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