Ortsfunk In Dornheim existierte Jahrelang einen Ortsfunk, der die Dorfbevölkerung immer auf dem Laufenden hielt. Die Firma „Radio Rittberger" baute den Ortsfunk mit Lautsprechern in ca. 90mtr. Abstand entweder an Hausmauern oder wo das nicht möglich war auf freistehenden Masten. So ein Mast stand z.B. am Bahnhof. Der Ortsfunk wurde vom Rathaus aus betrieben. Alle wichtigen Meldungen ob Todesfall, Beerdigung, runder Geburtstag oder in der Weihnachtszeit anzukündigen das man Weihnachtbäume kaufen kann. Zu den Meldungen wurde auch immer die richtige Musik gespielt. Als Dornheim wuchs, wurden die Kosten zu hoch um den Ortsfunk weiter zu betreiben. Es ist schade das solche Dinge immer am Geld hängen.
Unsere Riedhalle In der Reihe der Dorfgemeinschaftshäuser wurde am 30. Oktober 1965, in Dornheim das 332 Gebäude eingeweiht. Nach 2 jähriger Bauzeit entstand hier eine 30 mtr. lange, 24 mtr. breite und 6 mtr. hohe Halle, für sportliche und Kulturelle Veranstaltungen, eine Gastwirtschaft mit 2 Räumen, Nebenräumen, Duschräume und sanitäre Anlagen. Im Frühjahr 1964 wurde von der Gemeindevertretung beschlossen die Halle mit einer festen Bühne auszustatten und eine Doppelkegelbahn in das Dorfgemeinschaftshaus einzubauen. Die Kosten beliefen sich für das Dorfgemeinschaftshaus auf 1,1 Millionen DM. Bei der Einweihungsfeier waren der Staatssekretär Schubert und der Landrat des Kreises Groß-Gerau anwesend, ebenfalls die Bürgermeister der Nachbargemeinden und die Vorsitzenden der Örtlichen Vereine.
1976 und 1977 gab es verschiedenen Baumaßnahmen, hinter der bestehenden Halle wurde die Gymnastikhalle angebaut, die Gaststätte wurde vergrößert. Im ersten Stock der Gymnastikhalle hat der Dornheimer Schützenverein seit 1978 seinen Schießstand. Die Riedhalle gehört zu Dornheim, wie die Schule oder das Rathaus. Fast jeder Dornheimer hat schon mal in der Gaststätte oder im Blauen Salon gefeiert sei es als Gastgeber oder als Gast, oder war schon mal Kegeln auf der Kegelbahn. Genau so wie fast jeder schon mal bei einer Veranstaltung in der Halle war. Aber der Zahn der Zeit nagte auch an diesem Gebäude.
Eingemeindung oder die Gebietsreform 1977 Das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Groß-Gerau vom 26.6.1974, wurde am 1.Januar 1977 mit der Gebietsreform rechtskräftig. Im § 3 stand:
Das die Stadt Groß-Gerau und die Gemeinden Dornheim und Wallerstädten werden zu einer Stadt mit dem Namen Groß-Gerau zusammengeschlossen.
Am 24. November 1973 fand eine Bürgerversammlung in der Riedhalle statt. Damals wurden von der Bürgerinitiative drei Grundsätze gegen die Eingemeindung aufgestellt.
1. Die Gemeinde ist lebens- und entwicklungsfähig. 2. Der Zusammenschluss bringt Dornheim keine Vorteile nur Nachteile. 3. Aufrechterhaltung eines breit gefächerten Angebots an Wohnorten auch in kleineren Gemeinden.
Leider konnte die Eingemeindung nicht verhindert werden. Die Kreisstadt wuchs damals auf über 20 000 Einwohner an. Der Bürgermeister von Dornheim Gerhard Hasenzahl wurde 1. Stadtrat in Groß-Gerau.
Ab Januar 1977 übernahm der Magistrat der Stadt Groß-Gerau alle Verwaltungsaufgaben, für die Eingemeindeten Gemeinden, die vorher durch die Kreisverwaltung erledigt wurden.
Im Gebiet des Kreises Groß-Gerau gab es vor der Gebietsreform 25 Städte und Gemeinden, nach der Eingemeindung waren es nur noch 14.
Salpeterunfall Es gab auch eine kleine Katastrophe, die fast zu einer großen geworden wäre, hätte nicht die Dornheimer Feuerwehr, die Feuerwehren des Kreises und die Fa. Merck alles unter Kontrolle gebracht, wenn auch mit einigen Rückschlägen. Am Abend des 20.Juli 1971, kurz nach 22:00 Uhr wurde ein Kesselwagen mit hoch konzentrierter Salpetersäure mit Verdacht auf eine festgefahrener Achse zum Abkühlen auf ein Abstellgleis in die nähe des Dornheimer Bahnhofes rangiert. Dort stellte man fest, das ein Flansch undicht war und beim schließen des Lecks entstand ein noch größeres. Man versuchte die Säure abzupumpen aber dadurch wurde ein Vakuum im Tankwagen zerstört und die Säure trat noch stärker aus. Die einzige Möglichkeit war, man musste die Säure verdünnen.
Landrat Willi Blodt der unmittelbar nach bekannt des Unglücks an der Katastrophenstelle eintraf, leitete sofort die umfangreichen Vorsorgemaßnahmen ein. Die Riedhalle und die Schule konnten danach sofort mit Feldbetten bestückt werden um Notquartiere einzurichten.
Für die Anwohner war es eine unruhige Nacht. Als sich der Wind ab 3:00 Uhr morgens drehte, wurden die giftigen Gase in den Ort getrieben. Ab 4:00 wurden die Anwohner in einem Streifen von 300 Metern vom Bahnhof gebeten Ihre Häuser zu verlassen. Die übrigen Bewohner sollten Ihre Fenster und Türen geschlossen halten und in den Häusern bleiben. Viele Dornheimer fuhren mit dem Auto oder mit Fahrrädern in die umliegenden Orte, manche hatten sich auch zu Fuß auf den Weg gemacht. Es wurde in einem Zeitungsartikel mitgeteilt dass schätzungsweise sich etwa um 4:30 Uhr ca. 600 Personen in Richtung Wolfskehlen und Richtung Groß-Gerau auf den Straßen aufhielten, Es wurde auch in diesem Artikel berichtet das Kraftfahrer die Anwohner aus Dornheim mitnahmen und nach Groß-Gerau und in die Nachbarorte fuhren. Die 150 Personen darunter Anwohner und Hilfskräfte, wurden vorsorglich in den Sitzungssaal des Kreistages im Landratsamt gebracht. Nachdem sie auf Vergiftungserscheinungen untersucht wurden, konnten sie wieder entlassen werden.