Ortsgeschichte

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Ortsgeschichte aus früherer Zeit


Die Gemeindeschmiede
Dornheim hatte früher eine Gemeindeschmiede, auf dem Ortsplan von 1705 ist sie in der heutigen Mainzer Landstrasse oder Stollgasse wie sie früher hieß eingezeichnet. Etwa dort wo die Haus der früheren Metzgerei Trinkhaus steht, vorgelagert vor den Gebäuden siehe unten. 1707 wurde die Schmiede in die Rheinstrasse oder Dahlers End verlegt.




In einer Gemeinde Rechnung von 1612 wird ein gemeiner Schmied erwähnt. Aber die Schmiede muss es vorher schon gegeben haben. Im 30 jährigen Krieg, ist durch fehlen von Gemeinderechnungen nicht nachvollziehbar ob es einen Schmied gab. Im Kirchenbuch werden ab 1657 die Gemeindeschmiede genannt.
Die o.g. Gemeindeschmiede in der Rheinstrasse wurde 1950 renoviert. Mit Ihren damals 243 Jahren war sie auch die einzige damals im Ried die an einer Strasse stand.
1725 musste der Schmied 10 fl. Zins jährlich bezahlen. 1829 wurde die Gemeindeschmiede aufgelöst, danach musste der Schmied einen Erbzins von 5 Mark jährlich zahlen obwohl die Schmiede Eigentum der Familienerben war.




Es gab noch mehr Schmiede in Dornheim, doch leider haben sie nacheinander wieder aufgegeben.


Schmiede Thon Gernsheimer Strasse
Krumb Rheinstrasse 30, bis 1807
Ludwig Schäfer Rheinstrasse 5, von 1870 - 1893
Jakob Krumb Bahnhofstrasse 21.


1962 wird noch eine andere Schmiede erwähnt die zweitälteste, die der Familie Jakob Krumb in der Bahnhofstrasse 15.




Die Gemeindebäckerei
Dornheim hatte eine Gemeindebäckerei in der Rheinstrasse. Alte Gemeinderechnung erzählen von Reparaturen 1624 oder von 1654. Ab 1707 waren die Gemeindeschmiede und die Bäckerei in einem Gebäude untergebracht. Um den Zugang zum Backofen zu ermöglichen gab es diese Urkunde von 1708




Verpflichtungen für den Gemeindebäcker gab es früher viele z. B. Die Pachtzeit belief sich meist auf 6 Jahre. Im Jahr 1742 mussten 100 fl. Pacht vorausbezahlt werden. Einen Kreuzerweck musste der Bäcker am 18. (Gerichtstag) backen von jeder Person jährlich
4 alb Backlohn nehmen.


So war es früher, später gab es in Dornheim mehrere Bäcker. Zu erwähnen wären die Eingegangenen Bäcker wie die Bäckerei Bonn Rheinstrasse, Bäcker Krumb in der Bahnhofstrasse und  die Bäckerei Petermann in der Gernsheimerstrasse neben der alten Schule mit einen kleinen Fenster zum Schulhof. Bestimmt können sich einige Dornheimer noch daran erinnern, das man sich was für die Pause holen konnte ohne den Schulhof zu verlassen.




Wie das Feuerlöschwesen
früher war, kann man sich eigentlich nicht mehr vorstellen. Machmal sieht man noch in Museen wie die alten Feuerlöschgeräte aussahen.


Um 1715 benutzte man Hacken Handspritzen aus Zinkblech die von einem Spengler hergestellt wurde. In einer Rechnung aus diesem Jahr wurde bei der Firma Krafft Spengler in Rüsselsheim, Stangen für Feuerleitern und Hacken für 3 fl. 22 alb. bestellt. Und für das anfertigen nochmals 4 fl. und 15 alb. bezahlt.


Dornheim verfügte immer über Löschmaterial wie es zu den Zeiten üblich war. Zu dem stand die Feuerspritze des Amtes Dornberg zur Verfügung. Reparaturen mussten von den Gemeinden die zum Amt Dornberg gehörten bezahlt werden.


Dornheim hatte vor über 180 Jahren schon eine fahrbare Feuerspritze. Seit 1906 hatte Dornheim eine freistehende Leiter und 1928 zwei große und eine kleine Feuerspritze.


Als alles noch nicht so modern war und das Wasser noch mit Muskelkraft vom Löschteich zur Brandstelle gebracht werden musste mit Eimerketten z.B. Im Brandfall benutzten die Bewohner die von der Gemeinde gestellten ledernen Feuereimer.


Jeder der in Dornheim Ortsbürger werden wollte,
musste Einzugsgeld oder Feuereimergeld bezahlen.
1707 betrug
das Einzugsgeld für nicht Dornheimer 6 fl. 28 alb.
war die Frau vom Dorfe also eine Einheimische musste Sie
3 fl. 14 alb. zahlen.
Der Ehemann der nicht aus Dornheim war wurde
als ausländisch in der Gemeindeberechnung aufgeführt.


Im Jahr 1928 wurde das Feuereimergeld noch erhoben:
für einheimische Bürger 3 Mark und jeder zugezogener Bürger musste 183 Mark zahlen.




Aus:
"Festschrift 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Dornheim 1884-1984"


1984


- Im Bestand der Stadtbücherei Groß-Gerau


Durch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1884 wurde seitens der Gemeinde eine Verbesserungen vorgenommen.






Feuerlöschordnung der Gemeinde Dornheim von 1884


1884


- Im Bestand des Hess. Staatsarchiv Darmstadt


Heute wird kein Feuereimergeld mehr erhoben, dafür kann jeder der möchte Spenden für die Feuerwehr.


Mehr zur Freiwilligen Feuerwehr auf der Seite "Dornheims Vereine"






Vom Fischwasser
Klingt schon seltsam, aber laut Überlieferung in alten Dokumenten ist es belegt. Es gab in Dornheim Fischwasser und im Scheidgraben gab es Hechte, Karpfen und andere Fischsorten. Vor Erbauung der Schwarzbachschleuse war es normal, Hechte mit 8-10 Pfund in den Fischwassern zu haben. Belegt ist das 1661 durch Wilhelm Daniel Brantz der die Fischwasser gepachtet hatte.
Der letzte Pächter im Scheidgraben war Jakob Rückert, das Fischrecht ging bis ca. 1950. Der Scheidgraben war im Sommer reiner Badespaß mit 2 Badestellen die Kiesflächen beinhalteten hier konnte jeder baden und Spaß haben besonders die Kinder. Wenn der Winter streng war, wurde Eis gestochen im Scheidgraben und die Kinder konnten Schlittschuh laufen.
Joh. Heinrich Feldmann nahm an, dass früher die Häuser, in der in der Gernsheimer Str. durch Anordnung mit dem alten Neckarbett früher einen kleinen Hafen ergaben. Untermauert wurde seinen Annahme durch Dinge die bei Ausgrabungen zu tage kamen. Einige Häuser in der Bahnhofstr. sollen früher Fischerhäuser gewesen sein.




Von Nachtwächter, Brände und Unfällen
In Dornheim gab es wie überall Nachtwächter, in Dornheim wurden sie ab 1883 auch als Wasserwächter eingesetzt. Jakob Krumb XIII versah seinen Dienst bis 1926, als er mit 83 Jahren nach 52 Dienstjahren in Ruhestand ging.


Im Herbst 1906 entgingen beim Ausbau des Eiskellers der Firma Lerch am Schwarzen Berg, 6 Bauarbeiter buchstäblich 5 vor 12 dem sicheren Tode. Die Bauarbeiter fuhren kurz vor 12 Uhr mittags ihre Schubkarren aus dem Gewölbe, als Sandmassen dieses eindrückten.


1906 brannte auf der Tuchbleiche ein Heuschober, das dort lagernde Karussell von Nikolaus Hofmann wurde zum Teil ein Raub der Flammen.


1929 wurde der 15. Kreisfeuerwehrtag in Groß-Gerau gefeiert. Die Dornheimer Feuerwehrleute waren schon am Bahnhof, als die Glocken zu läuten begannen. Es brannte ein Anwesen in der Heißfeldstraße. Die Männer löschten erst den Brand, wo ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert werden konnte. Die Feuerwehrleute kamen dann doch noch rechtzeitig, allerdings ohne die Brandwache, die sie in Dornheim zurückließen zum Kreisfeuerwehrtag.


Verordnungen und Regeln


Allgemeine Verordnungen


Aus dem Jahre 1758: Zu der Feuerspritze werden zum Einspannen 6 Pferde gerechnet und müssen solche beim Vorfall einspannen.


Nota denen es erlaubt ist zu holzen sollen kein Haugeschirr bei sich haben, sondern nur lesen.


Aus dem Jahre 1766: Es soll niemand des Nachts auf der Bleiche Tuch liegen lassen, noch eine Hütte bauen wer es auch sei.


Aus dem Jahre 1778: Die Nachtwächter sollen fleißig auf Nachtschwärmer, Holz und Obstdiebe passen.


Den armen alten Weibsleuten ist es gestattet freitags ein Last Holz zu lesen, jedoch keines von den Bäumen ziehen.


Mit diesen und anderen Verordnungen war der geregelte Ablauf des Gemeindelebens garantiert. Aber wer dagegen verstieß musste mit Strafe rechnen.




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